Ruud Langgards første symfoni. En ‘rejseberetning’

    Research output: Contribution to journalJournal articleResearchpeer-review

    Abstract

    Rued Langgaards erste Sinfonie (1908-11) wurde 1913 von den Berliner Philharmonikern unter Max Fiedlers Stabführung uraufgeführt. Zehn Jahre später spendete der Komponist seine Partitur-Reinschrift an das Fürstliche Institut für Musikwissenschaftliche Forschung in Bückeburg. Langgaard hatte zum damaligen Zeitpunkt gerade die Abschrift der Partitur anfertigen lassen, die heute in der dänischen Nationalbibliothek in Kopenhagen vorhanden ist. Seit Ende der Siebziger hat sich der Verfasser des Artikels mehrmals nach dem Verbleib des vom Komponisten selbst angefertigten Manuskripts in Deutschland erkundigt. 2003 bekam der Verfasser Kontakt mit Carsten Schmidt, dem Leiter der Bibliothek am Staatlichen Institut für Musikforschung Preussischer Kulturbesitz (SIMPK) in Berlin. Im Jahre danach gelang es Schmidt durch einen reinen Glücksfall, die vermisste 189-seitige, eingebundene Partitur in einem Magazin der Staatsbibliothek zu Berlin zu orten. Der Artikel berichtet von der außergewöhnlichen und dramatischen ”Reise” des Manuskripts von seiner Entstehung in Kopenhagen (Charlottenlund) über die Uraufführung 1913 in Berlin bis zur Einverleibung in das Bückeburger Musikwissenschaftliche Institut anlässlich der Jahresfeier 1923 des Instituts, bei der dänische Werke von u.a. Langgaard (der jedoch nicht selbst dabei war) aufgeführt wurden. Der nächste Aufenthaltsort wurde Berlin, denn die Bückeburger Sammlungen wurden 1935 dem im selben Jahr auf die Initiative des Musikwissenschaftlers Max Seiffert hin gegründeten Staatlichen Institut für deutsche Musikforschung einverleibt. Ein Teil dieser Sammlungen wurde 1943 nach Schlesien in Sicherheit gebracht, das Anfang 1945 durch sowjetische Truppen besetzt und kurz danach unter polnische Oberhoheit gestellt wurde. Die Langgaard-Partitur gehörte zu den großen Mengen an Kriegsbeute aus diesem Gebiet, die nach Moskau gebracht wurde. 1959 wurde eine beliebige Auswahl an Musikalien und eine Sammlung von Büchern, von denen viele ursprünglich aus Bückeburg stammten, nach Berlin (DDR) zurückgeliefert, wo die Materialien den Sammlungen der DDR-Staatsbibliothek einverleibt wurden. Die Langgaard-Partitur war mit von der Partie, wurde aber nicht erfasst und ”verschwand” sozusagen unter den minderwertigen Magazinbeständen. Nach erfolgter Ortung der Partitur wurde sie 2005 zum Staatlichen Institut für Musikforschung Preussischer Kulturbesitz, der Nachfolgeeinrichtung für die Vorläufer in Bückeburg und Berlin, zurückgeführt. Der Artikel wurde anlässlich der Herausgabe der Sinfonie im Rahmen von Rued Langgaard Udgaven verfasst.
    Original languageDanish
    JournalDenmark. Kongelige Bibliotek. Fund og Forskning
    Volume47
    Pages (from-to)243-269
    Number of pages27
    ISSN0069-9896
    Publication statusPublished - 2008

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